Stichwortsuche:
| Webumfrage |
Können Sie sich vorstellen Ihre Wunschbrille in bequemen Monatsraten zu zahlen?
»... abstimmen!!!
|
|
|
|
|
|
 |
/ Augenärzte |
|
|
|
Generika günstiger als andere Arzneimittel
Markenqualität zum halben Preis - auch in der Apotheke
Arzneimittel, deren Patentschutz abgelaufen ist, werden unter neuem Namen mit gleichem Wirkstoff produziert und deutlich preiswerter verkauft. Inzwischen machen diese als Generika bezeichneten Nachahmer-Medikamente rund die Hälfte aller Arzneimittel aus, die in den Apotheken über den Ladentisch gehen.
Die Idee ist gut 25 Jahre alt: Mitte der siebziger Jahre begann das damals neue Unternehmen Ratiopharm in Ulm mit der Produktion preisgünstiger Medikamente, bei denen der Patentschutz erloschen war. In der Folgezeit sicherte sich die Firma die Spitzenstellung unter den Generika-Herstellern. Anfangs hatten die Produkte zwar einen schlechten Ruf als ‘Billig-Kopien’ und wurden als zweitklassige ‘No name’-Arzneimittel kritisiert. Doch mittlerweile sind die Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit ausgeräumt: Die Bundesärztekammer in Köln etwa setzt sich heute mit Nachdruck dafür ein, ‘qualitativ hochwertige Generika verstärkt anstelle von Markenpräparaten zu verschreiben’.
Die Pharmaindustrie ist seitdem in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite stehen die Markenproduzenten, die patentgesicherte teure Medikamente herstellen. Sie kritisieren die ‘Trittbrettfahrer’, die sich die Forschung sparten und nur abgelaufene Patente ausnutzten. Auf der anderen Seite stehen die Generikaproduzenten. Für die Verbraucher hat diese Konkurrenz viele Vorteile: Bei Medikamenten, die aus der eigenen Tasche zu zahlen sind – etwa Kopfschmerztabletten –, haben sie die Wahl zwischen bekannten Markenprodukten und den Generika mit dem gleichen Wirkstoff, die nur halb so viel kosten.
Eine Generika-Übersicht bietet die ‘Kieler Liste’ der deutschen Verbraucherzentralen, die zu den Markenarzneien die Alternativen nennt, die sich ‘in Wirkstoff und Konzentration nicht vom
Originalpräparat unterscheiden’, so Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucher-Zentrale Hamburg. In einigen Fällen kosten die Generika dabei nur ein Viertel oder Fünftel des Originalpreises.
Für Ärzte bietet das Verschreiben von Generika eine Möglichkeit, die Vorgaben der Arzneimittelbudgets einzuhalten. Denn seitdem die Gesundheitspolitik den Medizinern engere Grenzen gesetzt hat, achten viele Ärzte stärker als früher auf die Preise der verschriebenen Medikamente. Bei einigen Wirkstoffen wie etwa bestimmten Husten- und Schmerzmitteln werden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Köln zufolge sogar fast nur noch Generika verschrieben.
Allerdings kann das Spar-Rezept nicht in allen Fällen verschrieben werden. Denn für neue Arzneimittel gibt es wegen des noch bestehenden Patentschutzes noch keine Generika.
Für die Pharma-Hersteller hat der Boom der Generika das Geschäft drastisch verändert. Ein neues Medikament verschlinge Hunderte von Millionen Mark an Entwicklungsgeldern, argumentiert der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in Frankfurt am Main. Die Nutzungszeit für neue Arzneimittel von der Markteinführung bis zum Ablauf des Patentschutzes belaufe sich nur auf durchschnittlich 7,7 Jahre. ‘Dem Original-Hersteller bleiben demnach nur wenige Jahre, um die hohen Kosten für Forschung und Entwicklung zu erwirtschaften.’
Um das Geschäft nicht allein der Konkurrenz zu überlassen, haben inzwischen auch fast alle großen Original-Hersteller in Deutschland damit begonnen, Generika herzustellen. ‘Generika werden heute nicht mehr als Sargträger der Pharmaforschung betrachtet’, so BPI-Sprecher Thomas Postina.
Im internationalen Vergleich haben Generika ihren Spitzenplatz in Deutschland: ‘Nirgendwo auf der Welt verordnen Ärzte so viele billige Nachahmerpräparate wie hier zu Lande’, sagt Jürgen Bausch, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen in Frankfurt. ‘Misstrauen gegenüber Generika ist unbegründet’, urteilt die KBV, ‘im Gegenteil – verordnet der Arzt die preiswerten, aber qualitativ gleichwertigen Alternativen, leistet er einen wichtigen Beitrag, um die Ausgaben im Gesundheitswesen zu stabilisieren und die hohe Qualität der Versorgung aufrecht zu erhalten.’
16-2-2001
|
|
|
|
 |
Werbung |
|
|
|
|
|
 |
News |
|
|
|
|
|
|
|
 |
Werbung |
|
|
|
|