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Zahl der Allergiker in Deutschland steigt weiter

Die warmen Wintertage sind gerade für Allergiker leider kein Grund zur Freude.

Für viele Heuschnupfen-gefährdete Personen beginnt jetzt schon - ungewöhnlich früh - die Zeit der entzündeten roten Augen, der Niesanfälle und tropfenden Nasen. Fast zehn Millionen Bundesbürger im Alter von 18 bis 80 Jahren haben oder hatten schon einmal einen allergischen Schnupfen (Heuschnupfen). Die allergischen Krankheiten sind in den alten Bundesländern weiter verbreitet als in den neuen Bundesländern. Einen allergischen Schnupfen haben oder hatten beispielsweise rund 17 Prozent der westdeutschen, aber nur elf Prozent der ostdeutschen Bevölkerung. Dies ergaben die Auswertungen des Bundes-Gesundheitssurveys 1998, einer vom Robert Koch-Institut durchgeführten repräsentativen Befragung und Untersuchung von 7124 erwachsenen Bundesbürgern. Eine Zusammenfassung aller in der Studie erfragten Allergien lässt erkennen, dass jeder zweite bis dritte Bundesbürger irgendwann schon einmal eine allergische Erkrankung hatte.

Ausgelöst werden Allergien meist durch Stoffe aus der natürlichen Umwelt. Bei allergischem Schnupfen und Asthma bronchiale handelt es sich oft um eine überschießende Reaktion der körpereigenen Abwehr auf Gräser-, Baum- oder Kräuterpollen, auf Katzen- oder Hundehaare, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze. Kontaktallergien können zum Beispil durch Wasch- und Desinfektionsmittel, Kosmetika oder Nickel ausgelöst werden. ‘Warum allergische Krankheiten in Ostdeutschland seltener auftreten als in Westdeutschland, ist bisher noch nicht geklärt’, teilte Dr. Bärbel-Maria Bellach, Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung des Robert Koch-Instituts mit. Diskutiert werden bei Asthma und Heuschnupfen unter anderem der geringere Autoverkehr in der früheren DDR, die seltenere Haltung von Haustieren, häufigere Infektionen in der frühen Kindheit durch den Kontakt mit anderen Kindern in der Kinderkrippe sowie die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten. Ein Indiz dafür, dass sich mit der zunehmenden Angleichung der Umwelt- und Lebensbedingungen auch die Allergieraten allmählich angleichen, könnten die in Ost- und Westdeutschland unterschiedlichen Steigerungsraten beispielsweise beim allergischen Schnupfen darstellen. Insgesamt ist von 1990/92 bis 1998 die Häufigkeit des allergischen Schnupfens um rund 70 Prozent angestiegen. Differenziert nach Ost und West ergeben sich folgende Steigerungsraten: bei westdeutschen Männern ca. 45 Prozent und bei ostdeutschen Männer ca. 80 Prozent, bei westdeutschen Frauen ca. 100 Prozent und bei ostdeutschen Frauen ca. 120 Prozent.

25.01.2001


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